Sommerreifen:Sommerreifen sind für Straßenverhältnisse ohne Schnee
und Eis ausgelegt. Sie verfügen über eine Gummimischung, die auch bei hohen
Temperaturen nicht zu weich wird, eine hohe mögliche Geschwindigkeit und
relativ geringe Abnutzung verspricht. Hier gilt es, einen möglichst guten
Kompromiss zwischen den widersprüchlichen Anforderungen an Fahrkomfort - also
einem möglichst geringen Rollwiderstand - und guter Haftung bei Nässe (Grip)
zu finden.
Winterreifen:
Winterreifen sind für niedrige Temperaturen und winterliche
Straßenverhältnisse ausgelegt. Sie verfügen über eine kälteresistente
Gummimischung, die bei
Minustemperaturen weniger verhärtet und damit eine bessere Verzahnung und
Kraftübertragung mit dem Untergrund ermöglicht. Winterreifen sind mit dem
M&S-Symbol (englisch: Mud and Snow, deutsch: Matsch und Schnee) und einer
stilisierten Schneeflocke gekennzeichnet. Die Kennzeichnung M&S ist
allerdings keine geschützte Kennzeichnung und kann daher auch auf nicht
wintertauglichen Reifen angebracht werden, was teilweise auch geschieht. Die
Reifenindustrie hat darauf reagiert, und das Schneeflocken-Symbol eingeführt.
Dieses Symbol wird von der amerikanischen Straßenbehörde NHTSA an Reifen
vergeben, die in einem Test eine gewisse Mindesttraktion auf Schnee und Eis
erreichen.
Ganzjahresreifen:
Ganzjahresreifen sind gleichermaßen für den Gebrauch im Sommer als auch im
Winter geeignet. Sie stellen somit ein Mittel zwischen Sommerreifen und
Winterreifen dar, was den Vorteil hat, dass der Fahrzeughalter zur
entsprechenden Jahreszeit keinen Reifenwechsel vornehmen muss und die
entsprechenden Kosten für einen weiteren Satz Reifen spart. Sie werden vor
allem in Ländern, in denen geringe Temperaturunterschiede zwischen den
Jahreszeiten bestehen (zum Beispiel Großbritannien oder einigen Regionen in
Deutschland), gefahren, während sie zum Beispiel in den Alpenländern eine
geringere Verbreitung finden.
Insgesamt bilden Ganzjahresreifen einen Kompromiss, der auf Schnee und Eis
meist nicht an die Eigenschaften von Winterreifen herankommt und im Sommer
einen höheren Abrieb mit leicht erhöhtem Kraftstoffverbrauch erwarten lässt.
Vereinzelt sind auch Ganzjahresreifen am Markt, die mit dem
Schneeflockensymbol für hinreichende Wintertraktion gekennzeichnet sind.
Allgemeines:
In Deutschland muss die Reifenprofiltiefe im mittleren Bereich der
Lauffläche (Hauptprofil) laut § 36 Absatz 2 Satz 4 StVZO mindestens 1,6 mm
betragen, sonst ist der Reifen auszuwechseln.
Um die Profiltiefe leichter sichtbar zu machen, sind so genannte
Indikatoren (TWI-Markierungen) vorhanden, kleine Höcker in mehreren
Profilrillen, die eine Restprofiltiefe von 1,6 mm anzeigen. Oft werden diese
Höcker durch die Buchstaben TWI am Reifenrand markiert, um ihr
Auffinden zu erleichtern. Wird man mit einem PKW mit einer Bereifung unter
1,6 mm von der Polizei kontrolliert, ist ein Bußgeld fällig, es können jedoch
auch die Kfz-Kennzeichen wegen Gefährdung abgenommen werden. Bei
Verkehrsunfällen, bei denen eine Schuld durch Verwendung abgefahrener Reifen
oder durch die Verwendung von Sommerreifen unter winterlichen
Straßenbedingungen festgestellt wird, kann die Haftpflichtversicherung
Regressansprüche an den Verantwortlichen geltend machen. Die eigene
Fahrzeugversicherung kann in der Vollkaskoversicherung eine Leistung ablehnen
und sich hinsichtlich des Haftpflichtschadens des Unfallgegners beim
Fahrzeughalter bis zu einer Höchstsumme (meist 5.000,- Euro; vgl. KFZ-Haftpflichtversicherung) schadlos halten.
Seit 1. Mai 2006 schreibt die StVO eine an die Wetterverhältnisse
angepasste Bereifung vor: Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die
Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete
Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage. Bei einem
Verstoß sind 20 Euro Bußgeld vorgesehen, bei Behinderung sogar 40 Euro und ein
Punkteeintrag im Verkehrszentralregister. Allerdings wird seitens der StVO
geeignete Bereifung nicht weiter ausgeführt.